Georg Jurij Pasterk

Landwirt. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1903    † 1943

 

Lebenslauf

Georg Jurij Pasterk wurde am 23.4.1903 in Lobnig (Kärnten) geboren. Er war Landwirt und gebürtiger Slowene.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 9. 4. 1943 wurde Georg Jurij Pasterk in Klagenfurt gemeinsam mit Thomas Olip, Jakob Oraže, Franz Gregorič, Franc Pristovnik, Florian Kelich, Bartholomäus Oraže, Ulrich Kelich, Franz Weinzierl, Maria Olip, Johann Oraže, Miha Županc und Johann Doujak (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 29.4.1943 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„(…) hat der Volksgerichtshof (…) für Recht erkannt: Thomas Olip, Jakob Orasche, Johann Doujak, Franz Gregoritsch, Franz Pristovnik, Florian Kelich, Bartholomäus Orasche, Johann Orasche, Ulrich Kelich, Franz Weinzierl, Georg Pasterk, Michael Schupanz und Maria Olip haben im Kriege im deutschen Kärntnergau terroristischen kommunistisch eingestellten bewaffneten Banden angehört, die die deutsche und überhaupt die reichstreue Bevölkerung terrorisierten, Deutsche ermordeten und Gehöfte plünderten, und Teile des Reiches von ihm losreissen wollten. Sie haben damit im Kriege den Feind des Reiches begünstigt und werden deshalb mit dem Tode bestraft. Sie sind für immer ehrlos.“

Gedenktafeln

Sein Name steht auf der Gedenktafel an der Kirche von Zell-Pfarre; ebenso an seinem Wohnhaus (Lobnigasse 5).

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

Im November 1949 exhumiert und in Zell-Pfarre begraben.

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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